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Häufig gestellte Fragen zu Kupfer in der Dachdeckung und Außenwandbekleidung Erarbeitet von: Martin Werner
Wie bekomme ich mein neues Vordach aus Kupfer so schön grün? Das nachträgliche Patinieren von Dachdeckungen ist zwar theoretisch möglich, jedoch nicht zu empfehlen. Bei den gängigen Patinierungsverfahren wird durch den Auftrag einer flüssigen Chemikalie keine gleichmäßige Verteilung erreicht, so daß es nach dem Trocknungsprozess zu unterschiedlich gefärbten Teilbereichen kommt. Dadurch bedingt, erreicht die gesamte Fläche eine scheckig - fleckige Optik, die mit dem gewünschten Ergebnis nichts gemeinsam hat. Chemische Färbungen für Kupfer eignen sich daher nur für kleinere Objekte, meist aus dem Kunsthandwerk.
Von ausschlaggebender Bedeutung
für das Auftreten von Verfärbungen ist offensichtlich die Verweilzeit des Regen- bzw.
Tauwassers auf der Kupferoberfläche. In der Anfangszeit der Patinabildung ist mit
Abschwemmungen gelöster Oxidationsprodukte von Bauteilen aus Kupferwerkstoffen zu
rechnen. Diese Abschwemmungen können zu Verfärbungen auf darunter liegenden hellen,
porösen und rauhen Baustoffen führen.
Zu dem von Ihnen beschrieben Problem schlagen wir vor, zu überprüfen, ob es möglich ist, nachträglich Abtropfkanten oder seitliche Wasserabweiser anzubringen. Auch kann nach der Fassadenreinigung eine sogenannte Hydrophobierung aufgebracht werden um erneute Ablaufspuren zu verhindern.
Im Fußbodenbereich blüht die Kupferabdeckung blau-grün auf. Woher kommt das und was ist zu tun? An Kupfer-Winkel- oder -Traufblechen, die in Balkon- oder Terrassenbeläge reichen, aber auch an Kupfer-Balkonentwässerungen, bilden sich gelegentlich kristalline blau-grüne Produkte, vor allem im Anschlußbereich zwischen Belag und Kupfer. Diese Produkte bestehen vorwiegend aus Karbonaten des Kupfers, Kaliums und Natriums, mit unterschiedlichem Silikatgehalt. Sie sind ungiftig. Verursacher sind Ausschwemmungen aus frischem Mörtel, Putz und Betonplatten während des Abbindeprozesses, eventuell auch aus Kiesschüttungen. Alkalische Reinigungsmittel können ebenso beteiligt sein. Mit dem Nachlassen alkalischer Ausschwemmungen entstehen auch keine neuen blau-grünen Oxidationsprodukte mehr auf der Kupferoberfläche. Da sie andererseits auch nicht von selbst verschwinden, wird das Abbürsten mit einer Edelstahl- oder Messingdrahtbürste und das Nachspülen mit Wasser empfohlen. Die Verfärbungen treten aus den geschilderten Gründen danach nicht wieder auf. Um Verfärbungen von vornherein zu vermeiden, sind derartige Blechanschlüsse im Einbindungsbereich bis mindestens 20 mm über die fertige Oberfläche mit einem geeigneten Schutzanstrich zu versehen.
Seit einiger Zeit ist das Problem
der sogenannten Bitumenkorrosion bekannt. Sie tritt auf, wenn ungeschützte Bitumina in
Form von Dachbahnen oder Anstrichen oberhalb von Metallbauteilen angeordnet sind. Durch
die Oxidation des Bitumens an der Atmosphäre entstehen aggressive Säuren, die das
darunter liegende Metall je nach seiner Beschaffenheit mehr oder weniger stark angreifen.
Auch Kupfer ist grundsätzlich gefährdet, wenn die Bitumina ungeschützt sind. Der beste
Oberflächenschutz für Bitumendachbahnen ist eine Kiesschüttung von mindestens 5 cm
Höhe. Alle anderen Oberflächen-Schutzmaßnahmen wie Besandung, Kiespressung etc. sind
nahezu unwirksam. Besonders aggressiv sind alle Arten von Bitumendachlacken, so daß auch
nicht empfohlen werden kann, gefährdete Metallbauteile wie Dachrinnen durch
Bitumendachlacke zu schützen: bei evtl. Fehlstellen, die niemals ganz ausgeschlossen
werden können, setzt hier die Korrosion verstärkt ein.
Kann ich eine Mischinstallation von Kupfer und Edelstahl vornehmen? Der Zusammenbau von Kupfer mit Edelstahl gilt nach dem heutigen Wissensstand als unbedenklich. Mit Edelstahl sind die im Bauwesen üblicherweise verwendeten nichtrostenden Stähle der Werkstoffnummern 1.4301 (Chrom-Nickel-Stahl) und 1.4401 (Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl) gemeint.
Wie verhalten sich die Aluminiumrahmen eines Fensters bei Anwesenheit von Kupferverkleidungen? Der Zusammenbau von Kupfer und Aluminium galt früher generell als nicht zulässig. Nach neueren Untersuchungen wird anodisiertes (eloxiertes) Reinaluminium (Oxidschichtdicke 20 µm ) von kupferhaltigem Wasser generell nicht angegriffen, ungeschütztes Reinaluminium lediglich durch einen geringen Angriff zwar in seinem dekorativen Aussehen, nicht aber in seiner Funktion beeinträchtigt. Der direkte Kontakt ist zu vermeiden.
In diesem Falle sind zwei Möglichkeiten zu überprüfen:
Bis zu welchen Minus-Temperaturen kann Kupfer verarbeitet werden? Kupfer ist vielseitig einsetzbar. Klempner und Installateure wissen die leichte Formbarkeit bei der Verarbeitung zu schätzen. Die Montage kann unabhängig von den Außentemperaturen erfolgen, da Kupfer temperaturstabil ist und nicht altert. Da es für den Werkstoff Kupfer auch bei niedrigen Temperaturen keine Beeinträchtigung der Verformbarkeit gibt, existieren keinerlei Einschränkung in den Verarbeitungstemperaturen.
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